{"id":747,"date":"2024-08-15T09:56:29","date_gmt":"2024-08-15T07:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=747"},"modified":"2024-08-15T09:56:29","modified_gmt":"2024-08-15T07:56:29","slug":"747-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=747","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover alignfull is-light\" style=\"border-style:none;border-width:0px;margin-top:0;padding-top:2vw;padding-right:10vw;padding-bottom:2vw;padding-left:10vw;aspect-ratio:auto;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-100 has-background-dim\" style=\"background-color:#f6fff3\"><\/span><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-1\" id=\"ecosystem\" style=\"font-size:10px\"><a href=\"https:\/\/interrelblog.wordpress.com\/2023\/06\/23\/buddhismus-in-der-schweiz-zu-besuch-imtraditionsubergreifenden-zentrum-fur-buddhismus-in-bern\/\">23. JUNI 2023<\/a><\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#1b1b1b;font-size:6vw;font-style:normal;font-weight:700;letter-spacing:0px;line-height:0.9;text-decoration:none;text-transform:none\">J\u00fcdischer Friedhof in Bern<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>1871 wurde der j\u00fcdische Friedhof in Bern er\u00f6ffnet. Welche Rolle spielte die Entstehung einer eigenen Grabst\u00e4tte f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinschaft und wie verhielt sich die Stadt Bern zu dieser Religionsminderheit?<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-custom-farbe-1-color has-alpha-channel-opacity has-custom-farbe-1-background-color has-background is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-3 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:600\">Philippe Stehelin (er\/ihm) &#8211; 2. Semester Bachelor Minor Interreligi\u00f6se Studien, Bern<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"768\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/p1060981.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-748\" style=\"width:799px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/p1060981.webp 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/p1060981-300x300.webp 300w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/p1060981-150x150.webp 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em><sup>Abbildung 1: Der 1871 entstandene j\u00fcdische Friedhof in Bern. (Foto: Philippe Stehelin).<\/sup><\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5\" style=\"margin-right:0;margin-left:0\"><strong><strong>J\u00fcdischer Friedhof im Mittelalter<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:300\">J\u00fcdisches Leben ist in der Stadt Bern seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Das zeigt unter anderem die \u00dcberlieferung der Existenz eines j\u00fcdischen Friedhofs. Er befand sich neben dem \u201eJudentor\u201c, bei der damaligen Judengasse \u2013 der heutigen Kochergasse. Ebenfalls wird davon ausgegangen, dass an der Stelle des heutigen Ostfl\u00fcgels des Bundeshauses ein \u201eJudenhaus\u201c stand, welches Angeh\u00f6rigen des Judentums offenstand. Diese Annahme \u00fcberliefern zwei undatierte Grabsteinfragmente, von welchen angenommen wird, dass sie aus dem 13. Jahrhundert stammen. Es wird davon ausgegangen, dass j\u00fcdische Menschen zu dieser Zeit verteilt in der ganzen Stadt lebten. Sie waren f\u00fcr den Erfolg der Wirtschaft in Bern zentral. Nebst weitreichenden Netzwerken besassen sie das n\u00f6tige finanztechnische Wissen. Doch es kam vermehrt zu gezielten Vertreibungsversuchen, wie die Entziehung des Bleiberechts der j\u00fcdischen Menschen in der Stadt. Sie wurden zu Hauptschuldigen in ungekl\u00e4rten Morden und als Ursache von Katastrophen erkl\u00e4rt, wie beispielsweise bei der Ritualmordbeschuldigung 1294 oder bei den Stadtbr\u00e4nden 1286 und im darauffolgenden Jahr. Diese Beschuldigungen und Vertreibungen f\u00fchrten dazu, dass am Ende des 13. Jahrhunderts nur noch wenige j\u00fcdische Menschen in der Stadt Bern lebten. Die Anlage, auf welcher sich unter anderem der Friedhof befand, verkaufte die Stadt an verschiedene Menschen der Stadt und wurde umgestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:300\">In der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts liessen sich eine kleine Zahl an j\u00fcdischen Menschen erneut in Bern nieder. Ein Gemeindezentrum oder ein Friedhof war nicht mehr vorhanden, und die Toten wurden zur Bestattung ins Elsass gebracht. Aber auch in dieser Zeit wurden die j\u00fcdischen Menschen der Stadt Bern wiederholt verfolgt und vertrieben. Zudem hatten sie nicht mehr den gleichen Einfluss im Bereich der Wirtschaft der Stadt, weil es italienische und deutsche Konkurrenz gab. Schliesslich kam es in Bern am 10. Mai 1427 zu einem Ausweisungsbeschluss, der folgendes forderte: \u201e[\u2026] die Juden seien auf ewig von Stadt und Land fernzuhalten und nie mehr als B\u00fcrger in Bern zu empfangen.\u201c Von nun an durften sich j\u00fcdische Menschen nur noch als durchreisende H\u00e4ndler_innen oder \u00c4rzt_innen in der Stadt aufhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:400\"><strong><strong><strong>Wiederkehr im 19. Jahrhundert und Gr\u00fcndung einer Gemeinschaft 1848<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:300\">Bis auf wenige Einzelf\u00e4lle kann erst im 19. Jahrhundert wieder j\u00fcdisches Leben in Bern nachgewiesen werden. In der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts wanderten etwa 60 Familien, die meisten aus dem Elsass kommend, in Bern ein. Bereits 1805 ging ein Bewilligungsgesuch bei der Berner Regierung f\u00fcr den Erwerb eines eigenen Begr\u00e4bnisplatzes ein. Zwei Jahre sp\u00e4ter folgte ein weiteres Gesuch f\u00fcr den Bau einer Synagoge. Somit ging noch vor dem Baugesuch einer Synagoge die Bitte nach einer eigenen Begr\u00e4bnisst\u00e4tte ein. Dies ist ein Zeugnis f\u00fcr die Wichtigkeit und Dringlichkeit eines Friedhofs f\u00fcr die damaligen j\u00fcdischen Menschen. Mit folgenden Worten, welche in den Akten des Stadtrates zu finden sind, versuchten die j\u00fcdischen Menschen in Bern 1805 auf ihr Anliegen und ihre Notlage aufmerksam zu machen: Die Toten m\u00fcssten \u201ebey 20 oder mehr Stunden zur Begr\u00e4bnis transportiert werden\u201c was \u201ein Sommerszeit h\u00f6chst gef\u00e4hrlich und der Gesundheit sch\u00e4dlich seyn d\u00fcrfte\u201c. Die Toten wurden n\u00e4mlich, wie oben bereits erw\u00e4hnt, noch immer ins Elsass \u00fcberf\u00fchrt, um dort begraben zu werden. Die Bitte wurde jedoch abgelehnt und es wurde auf den bereits bestehenden Friedhof in Bern verwiesen. Das muss f\u00fcr die j\u00fcdischen Menschen damals sehr schwierig gewesen sein, da das j\u00fcdische Gesetz einen eigenen Begr\u00e4bnisplatz vorsieht und die Beerdigung am Tag des Todes stattfinden sollte. Ausserdem gelten j\u00fcdische Friedh\u00f6fe als heilige Orte, an welchen Bestattungen in \u00dcbereinstimmung mit den j\u00fcdischen Vorschriften und Traditionen vollbracht werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Eine Volksabstimmung von 1846 befreite die j\u00fcdischen Menschen in der Stadt Bern von den noch immer geltenden Sonderbestimmungen, die unter anderem nichtchristliche Gottesdienste verboten hatten. Durch die neuen Gesetze konnte 1848, unter dem Namen Corporation der Israeliten, die j\u00fcdische Gemeinschaft in Bern entstehen. Aber erst mit der Annahme der Abstimmung \u00fcber die Niederlassungsfreiheit und die Rechtsgleichheit 1866 erhielten die j\u00fcdischen Menschen der Schweiz unbeschr\u00e4nkte Niederlassungsfreiheit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11\"><strong><strong>Weiterer Antrag f\u00fcr eine Begr\u00e4bnisst\u00e4tte<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">1870 reichte die j\u00fcdische Gemeinschaft eine Petition ein, in der sie einen Zuspruch f\u00fcr einen Teil des f\u00fcnf Jahre zuvor entstandenen Bremgartenfriedhofs forderten. Der Gemeinderat lehnte ab, \u201edieser oder jener religi\u00f6sen Genossenschaft\u201c einen Teil des Bremgartenfriedhofs zuzusprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#e4ffdf;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Der Berner Bremgartenfriedhof, der heute von der Stadt Bern als \u201eFriedhof der Religionen\u201c betitelt wird, bietet Platz f\u00fcr das Begr\u00e4bnis von Angeh\u00f6rigen des Christentums, des Islam, des Hinduismus, des Buddhismus und auch f\u00fcr Menschen ohne Religionszugeh\u00f6rigkeit. F\u00fcr Angeh\u00f6rige des Judentums verweist die Stadt auf den j\u00fcdischen Friedhof. Anders als in der Entstehungszeit des j\u00fcdischen Friedhofs geht die Stadt Bern heute aktiv auf Religionsminderheiten zu. Dialoge werden gesucht und gemeinsame L\u00f6sungen sind das Ziel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Einem eigenen Grundst\u00fcck f\u00fcr eine Begr\u00e4bnisst\u00e4tte der j\u00fcdischen Gemeinschaft widersprach der Gemeinderat jedoch nicht. So konnte am 5. September 1871 der Friedhof an der Papierm\u00fchlestrasse eingeweiht werden, und am 17. November 1871 fand die erste Beerdigung statt. Eine lang ersehnte Forderung der j\u00fcdischen Gemeinschaft hatte somit Erfolg. Die Historikerin Angela Bhend weist daraufhin, dass die Gemeinschaft damit einen Schritt n\u00e4her daran war, s\u00e4mtliche Aufgaben einer Kultusgemeinde zu erf\u00fcllen. Wahrscheinlich auch deshalb ist eine deutliche Zunahme der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung auszumachen. In der Bev\u00f6lkerungsstatistik j\u00fcdischer Einwohner zeigt sich, dass die Mitgliederzahlen ab 1860 konstant bis zur Jahrhundertwende wuchsen. Denn \u201ewichtige institutionelle Strukturen wie der Bau einer Synagoge oder die Unterhaltung eines eigenen Friedhofs konsolidieren die eigene Konfessionalisierung und trugen zur Erhaltung und Entfaltung j\u00fcdischen Lebens in Bern bei. [\u2026] verbesserte soziale Verh\u00e4ltnisse und wirtschaftlicher Erfolg, [verschafften] den Eintritt in die b\u00fcrgerliche Gesellschaft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-15 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Die Entstehung des Friedhofs fiel in die Zeit, als die j\u00fcdischen Menschen in der Schweiz mit den Gesetzen von 1866 und 1874 die freie Wahl des Erwerbs- und Wohnortes sowie religi\u00f6se und kulturelle Aus\u00fcbung ihres Glaubens erlangten. Der eigene Friedhof war ein weiterer Schritt zur Gleichberechtigung der j\u00fcdischen Gemeinschaft in Bern. So gab es in der Schweiz 2016 zahlreiche Anl\u00e4sse unter dem Titel \u201eSchweizer Juden: 150 Jahre Gleichberechtigung\u201c, die an die Abstimmung von 1866 erinnerten. Doch es kam auch zu gesetzlichen R\u00fcckschritten f\u00fcr die j\u00fcdischen Menschen, wie beispielsweise mit dem Sch\u00e4chtverbot von 1893, dass zu einer Einschr\u00e4nkung ihrer Religionsfreiheit f\u00fchrte. Und noch immer wurden j\u00fcdische Menschen als fremd wahrgenommen und auf ihre Religion reduziert. Dies verdeutlicht beispielsweise das 1940 erstmals erschienene Werk&nbsp;<em>B\u00e4rnerl\u00e4be vor siebezg Jahre,<\/em>&nbsp;des Berner Schriftsteller Albert von Tavel (1859-1941). In seinen niedergeschriebenen Erinnerungen benutzt der Autor folgende Worte: \u201eVom B\u00e4replatz weiss i nume no, dass ds Egghus, wo jitze B\u00e4regg heisst, damals ds H\u00f4tel de l\u2019Europe isch gsi, [\u2026] Unden inne het der Jud Blum-Javal eleganti Chleider verchouft. Richtig, jitz chunt mer no i Sinn, dass a der Spittelgass, \u00f6ppe da wo jitz der Bell sys Fleisch feil het, o ne Jud namens Nordmann Tuech verchouft het, es isch en ordleche, n\u00e4tte M\u00e4ndel gsi.\u201c Dieses andersartige oder \u201edes nicht richtig einzuordnenden fremden Juden\u201c, um bei den Worten von Angela Bhend zu bleiben, verdeutlicht auch eine Lithografie von 1898, die \u201eBerner Einwohner der Stadt\u201c abbildet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"612\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-1.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-750\" style=\"width:799px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-1.webp 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-1-300x239.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-16 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Abbildung 2: Berner, Einwohner der Stadt. 1898. 23,4 x 36 cm<\/em><em>. \u00a9Burgerbibliothek Bern, Gr.B.89.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-17\"><strong><strong>Fazit<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-18 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Die Erbauung des j\u00fcdischen Friedhofs war f\u00fcr die damals junge Gemeinde ein m\u00fchsamer und langj\u00e4hriger Kampf. 66 Jahre nach dem ersten Gesuch erhielt die Gemeinschaft den Zuspruch f\u00fcr eine eigene Grabst\u00e4tte. Das verdeutlicht, wie sich diese Religionsminderheit gegen eine Mehrheit wehren musste und viele R\u00fcckschl\u00e4ge erlitt. Der Besitz einer eigenen Grabst\u00e4tte war ein weiterer Schritt zur Emanzipation der j\u00fcdischen Gemeinschaft in Bern. Heute geht die Stadt offener und aktiver mit Minderheiten um. Dies zeigt beispielsweise der Bremgartenfriedhof, der&nbsp; Platz f\u00fcr Religionsminderheiten bietet. Vermutlich h\u00e4tte die j\u00fcdische Gemeinschaft in der gegenw\u00e4rtigen Zeit einen Platz auf dem Bremgartenfriedhof erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-19 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Seit seiner Entstehung hat sich der j\u00fcdische Friedhof und die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jgb.ch\/\">j\u00fcdische Gemeinde Bern<\/a>&nbsp;ver\u00e4ndert. Seit 1988 befindet sich auf dem Friedhof ein von Oskar Weiss entworfenes Denkmal zu Ehren der Schoa-Opfer. In der Stadt Bern sind am heutigen Tag (15.6.2023) Stolpersteine \u00f6ffentlich verlegt worden, um f\u00fcnf Opfern des Antisemitismus zu gedenken.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-20 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong>Zur Vertiefung<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-21 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300;text-decoration:underline\"><a href=\"https:\/\/www.jgb.ch\/\">J\u00fcdische Gemeinde Bern<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-22 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300;text-decoration:underline\"><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/audio\/rendez-vous\/stolpersteine-in-bern?partId=12406021\">Stolpersteine&nbsp;<\/a>in Bern<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-23 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong>Literatur\u00a0<\/strong><br>Bloch, Ren\u00e9, Rainer Christoph Schwinges, Armand Baeriswyl, Olivia Franz-Klauser, Karin Huser, Angela Bhend, Ron Epstein, et al. Wie \u00fcber Wolken: j\u00fcdische Lebens- und Denkwelten in Stadt und Region Bern, 1200-2000. Z\u00fcrich: Chronos, 2014.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-24 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Baeriswyl, Armand; Kissling, Christiane: Bevor es ein Bundeshaus gab. Zur Geschichte und Arch\u00e4ologie des Bundesplatzes, in: Bundesamt f\u00fcr Bauten und Logistik\/Stadt Bern\/Die Mobiliar (Hg.), Neugestaltung Bundesplatz in Bern 2004, Bern 2004; S. 11-25.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-25 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong>Bildquelle Abbildung 2: <\/strong><\/em>https:\/\/katalog.burgerbib.ch\/detail.aspx?ID=112265<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-747","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>- 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