{"id":734,"date":"2024-07-02T11:27:54","date_gmt":"2024-07-02T09:27:54","guid":{"rendered":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=734"},"modified":"2024-08-15T09:41:39","modified_gmt":"2024-08-15T07:41:39","slug":"734-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=734","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover alignfull is-light\" style=\"border-style:none;border-width:0px;margin-top:0;padding-top:2vw;padding-right:10vw;padding-bottom:2vw;padding-left:10vw;aspect-ratio:auto;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-100 has-background-dim\" style=\"background-color:#f3f4ff\"><\/span><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-1\" id=\"ecosystem\" style=\"font-size:10px\"><a href=\"https:\/\/interrelblog.wordpress.com\/2023\/06\/23\/buddhismus-in-der-schweiz-zu-besuch-imtraditionsubergreifenden-zentrum-fur-buddhismus-in-bern\/\">09. Januar 2023<\/a><\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#1b1b1b;font-size:6vw;font-style:normal;font-weight:700;letter-spacing:0px;line-height:0.9;text-decoration:none;text-transform:none\">Friedliche Stille?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Wie viel Platz hat die Vielfalt an Weltanschauungen, religi\u00f6sen oder spirituellen Ausrichtungen und Praktiken in einem s\u00e4kularen Kontext? Und inwiefern k\u00f6nnte die Schaffung eines solchen Raums dialog- und friedensf\u00f6rdernd sein?<br>Das studentische Projekt des Raums der Stille an der Universit\u00e4t Bern bietet m\u00f6gliche Antworten auf diese Fragen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-custom-farbe-1-color has-alpha-channel-opacity has-custom-farbe-1-background-color has-background is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-3 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:600\">Zo\u00eb Beer (sie\/ihr) &#8211; Master Interreligi\u00f6se Studien, Bern<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"512\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-736\" style=\"width:798px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1.webp 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-300x200.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Eingangsbereich des Raums der Stille an der Universit\u00e4t Bern (Foto von Zo\u00eb Beer).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:300\">Seit knapp einem Jahr existiert dieser religi\u00f6s plurale Raum im Untergeschoss der Unitobler in der L\u00e4nggasse. Der Prozess, welcher der Umsetzung des Raums voranging, war ein langer. Begleitet hat ihn vor allem die Frage, ob ein religi\u00f6s-spirituell konnotierter Raum an der s\u00e4kularen Institution Universit\u00e4t Platz haben soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Solche R\u00e4ume der Stille \u2013 auch inter- oder multireligi\u00f6se R\u00e4ume, H\u00e4user der Religionen, im Englischen multifaith-spaces genannt \u2013 sind mittlerweile international an den verschiedensten Orten anzutreffen: An Flugh\u00e4fen, Friedh\u00f6fen, Gef\u00e4ngnissen, Spit\u00e4lern oder Universit\u00e4ten. In der Schweiz gibt es an den meisten Hochschulen bereits einen solchen Raum, an der Uni Bern kam die Initiative daf\u00fcr zuerst von der Muslim Students and Alumni Association (MSAB). Vor viereinhalb Jahren vernetzten sich deren Mitglieder mit weiteren Gruppierungen, um dem Anliegen von Studierenden und Mitarbeitenden verschiedener religi\u00f6ser Traditionen, einen Ort f\u00fcr die allt\u00e4gliche Glaubenspraxis zu haben, Geh\u00f6r zu verschaffen. Heute besteht die haupts\u00e4chlich ehrenamtlich engagierte Tr\u00e4ger_innenschaft zus\u00e4tzlich aus Vertreter_innen des Vereins j\u00fcdischer Studierender (Jewish Youth of Bern), der christlichen Hochschulgruppe (VBG), der katholischen Hochschulseelsorge (aki), der reformierten Hochschulseelsorge (Forum<sup>3<\/sup>), der Fachschaft Theologie und Interreligi\u00f6se Studien sowie der Studierendenschaft der Uni Bern (SUB), mit dem Fokus Diversit\u00e4t und Gleichstellung. Das gemeinsame, immer wieder verwendete Argument f\u00fcr den&nbsp;<em>Raum der Stille&nbsp;<\/em>ist, dass Vielfalt sich nicht nur auf Gender, Hautfarbe oder Lebenssituationen beschr\u00e4nke, sondern auch eine religi\u00f6se und spirituelle sei, die an der Uni ebenso gesch\u00e4tzt und gef\u00f6rdert werden solle. Auch der Raum selbst folgt diesem Prinzip: Er ist offen f\u00fcr alle Personen und verschiedenste Aktivit\u00e4ten \u2013 f\u00fcr eine Einkehr, Meditation, ein Gebet, einen Moment der Ruhe im hektischen Alltag oder eine Yoga\u00fcbung auf dem flauschigen Teppich. Im&nbsp;<em>Raum der Stille<\/em>&nbsp;soll die \u00abStille praktiziert werden\u00bb, wie Jil Kiener, mit der ich ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren durfte, diese verschiedensten Praktiken m\u00f6glichst \u00abreligionsunabh\u00e4ngig\u00bb zusammenzufassen versucht \u2013 egal, wie sich das f\u00fcr einzelne Personen \u00e4ussere.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"512\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-737\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;object-fit:cover;width:731px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2.webp 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-300x200.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em><sup><em>Die T\u00fcr zum Raum der Stille (Foto von Zo\u00eb Beer).<\/em><\/sup><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:300\">Damit diese Momente der Stille entstehen k\u00f6nnen gibt es einige Regeln, so ist es beispielsweise nicht erlaubt im Raum zu essen, schlafen, elektronische Ger\u00e4te zu benutzen oder Strassenschuhe zu tragen. Der Raum wird nicht nur individuell, sondern auch f\u00fcr Veranstaltungen oder zu bestimmten Zeiten als Gruppe genutzt. So zum Beispiel f\u00fcr eine gef\u00fchrte Kontemplation, ein gemeinsames Morgengebet oder im Fr\u00fchling 2022 f\u00fcr die \u00abZeit zum Schweigen\u00bb, welche von Studierenden der Fakult\u00e4t der Theologie ins Leben gerufen wurde, um ein Zeichen zu setzen und Anteil an dem Leid in der Ukraine zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Aber was ist \u00abStille\u00bb eigentlich und weswegen heisst der Raum so?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10\"><strong><strong>Das Konzept des&nbsp;<em>Raums der Stille<\/em><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Jil Kiener, die Interreligi\u00f6se Studien studiert hat, Koordinatorin des Projekts ist und innerhalb des Teams keine religi\u00f6se oder spirituelle Tradition vertritt, erz\u00e4hlt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#daf2ff;font-style:normal;font-weight:300\"><em>\u00abDen Begriff \u2039Raum der Stille\u203a haben wir gew\u00e4hlt, weil er am wenigsten Konnotationen zu einer bestimmten Religion mit sich bringt und eine gewisse Breite an potentiellen Nutzungsformen offenl\u00e4sst.\u00bb<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Tats\u00e4chlich folgen viele \u00fcberkonfessionelle, interreligi\u00f6se oder spirituelle R\u00e4ume dem Ideal eines h\u00e4ufig weissen, minimalistischen und dadurch ruhigen Raumes. Dementsprechend hat sich die Bezeichnung \u00abRaum der Stille\u00bb oft durchgesetzt \u2013 ein prominentes fr\u00fches Beispiel ist der \u00abRoom of Quiet\u00bb im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York im Jahr 1957. Allerdings wurden seither eine Vielzahl an Konzepten entwickelt, wie die R\u00e4ume gestaltet werden k\u00f6nnen und welche Faktoren zum Gelingen beitragen oder wie Konflikte um unterschiedliche Nutzungsvorstellungen m\u00f6glichst umgangen werden k\u00f6nnen. Denn \u00abstill\u00bb ist es weder um die Entstehung solcher R\u00e4ume noch immer zwingend innerhalb der R\u00e4ume selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Nach der Theologin Susanne Gillmayr-Bucher beinhaltet die Entstehung von R\u00e4umen drei Aspekte: Sie werden geschaffen von Menschen, die sie nutzen oder sich aneignen, sie werden konzipiert, also gestaltet f\u00fcr die allt\u00e4gliche Nutzung, und sie werden erlebt, wahrgenommen und mit eigenen Erfahrungen und Gef\u00fchlen verkn\u00fcpft. Das Konzept f\u00fcr den Raum B-105 hat die Tr\u00e4ger_innenschaft zusammen mit einer Architektin ausgearbeitet. Bei der Gestaltung war vor allem die Wahl der Farben zentral, um eine Atmosph\u00e4re der Stille zu schaffen, in der sich Personen mit unterschiedlichen Religions-Zugeh\u00f6rigkeiten wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen. Jil betont, dass der Raum tendenziell eher nicht als \u00abheiliger\u00bb oder \u00absakraler\u00bb Raum gelten solle. Wie dies allerdings von Nutzer_innen erlebt wird, sei eine andere Frage \u2013 aktuell f\u00fchrt die Tr\u00e4ger_innenschaft eine Umfrage durch, um zu erheben, wer den Raum wann, wie und wieso nutzt.&nbsp;<a href=\"https:\/\/docs.google.com\/forms\/d\/e\/1FAIpQLSeo0eTYVkg0aHwOy3FoizKd7cN4hsAbHemCmqx4gypFHd7xpA\/viewform\"><em>Hier geht es zur Umfrage.<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-15 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Wie bei vielen R\u00e4umen der Stille generiert nach wie vor die Frage nach Symbolik am meisten Diskussionsstoff. Die Tr\u00e4ger_innenschaft h\u00e4lt an ihrem Konzept fest, dass sie weder einen symbolfreien und damit \u00abneutralen\u00bb Raum, noch einen mit einzelnen religi\u00f6s konnotierten Ecken und Nischen will. Hingegen sollen verschiedene Hinweise auf die unterschiedlichen Traditionen nebeneinander Platz finden k\u00f6nnen. Die Konsensfindung zu m\u00f6glichen, sinnbildlichen Gegenst\u00e4nden im Raum erweist sich jedoch als herausfordernd und zeitintensiv, weswegen der Raum vorl\u00e4ufig eher neutral anmutet \u2013 vom \u00abTeppichbereich\u00bb aus sind keine religi\u00f6sen Symbole sichtbar. Schnell zu einem Konsens kam es hingegen bei B\u00fcchern: Aufgestellt sind im Eingangsbereich verschiedene Bibelversionen, ein Buch zu j\u00fcdischer Ethik und der Koran in deutscher und franz\u00f6sischer \u00dcbersetzung. Weitere Gegenst\u00e4nde, die von Nutzer_innen mitgebracht oder gebraucht werden, wie zum Beispiel eine Ikone f\u00fcr die christliche Kontemplation, m\u00fcssen jeweils wieder wegger\u00e4umt werden. Der Raum soll grunds\u00e4tzlich dynamisch sein und die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse sollen immer wieder neu ausgehandelt werden d\u00fcrfen. So befinden sich auch aktuell viele Ideen, um die Vielfalt symbolisch zum Ausdruck zu bringen, noch in der Umsetzungsphase und es gibt offene \u00abBaustellen\u00bb. Beispiele sind die Anbringung von Zitaten aus unterschiedlichen religi\u00f6sen oder philosophischen Traditionen an einer Wand im Eingangsbereich oder die Frage nach Vertretungen: Eine christliche \u00dcbervertretung und das Fehlen von nicht-monotheistischen Religionen, sowie von Vertreter_innen aus Religionen aus dem asiatischen Raum wie Buddhismus, Hinduismus, Sikhismus und Weiteren sind alles andere als ideal. Obwohl laut den bisherigen Erhebungen Menschen dieser religi\u00f6sen Traditionen den Raum nutzen, erweist sich die Suche nach Vertreter_innen als schwierig \u2013 im Austausch befindet sich das Team unter anderem mit dem Haus der Religionen \u2013 Dialog der Kulturen, beispielsweise mit Sasikumar Tharmalingam, dem hinduistischen Priester.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"512\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-738\" style=\"aspect-ratio:1.7777777777777777;object-fit:cover;width:1450px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3.webp 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-300x200.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-16 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em><sup><em>Abbildung 3: Zitate aus verschiedenen religi\u00f6sen oder philosophischen Traditionen, die an die Wand kommen k\u00f6nnten (Foto von Zo\u00eb Beer).<\/em><\/sup><\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-17\"><strong><strong>Dialog und Begegnung<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-18 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Der Raum ist zwar der Fokus des Projekts, steht aber nicht f\u00fcr sich: Um den Raum herum soll sich ein Dialog entwickeln d\u00fcrfen, der das gegenseitige Verst\u00e4ndnis im universit\u00e4ren Alltag f\u00f6rdert. Jil Kiener, die im Team die Kommunikation zwischen allen beteiligten Personen \u00fcbernimmt, sieht zwar die vielen Gespr\u00e4che mit den Vertreter_innen oder mit Personen aus dem s\u00e4kularen Bereich als dialogf\u00f6rdernde Arbeit, verzichtet aber darauf, das Projekt selbst mit \u00abgrossen W\u00f6rtern\u00bb wie \u00abFriedensarbeit\u00bb zu beschreiben. Wichtig seien vor allem Gespr\u00e4che und das Verfolgen eines gemeinsamen Ziels. Ihre Aufgabe im Team besteht f\u00fcr sie indes vor allem darin, zuzuh\u00f6ren, zu schauen, dass alle zu Wort kommen, und zu vermitteln. Entscheidungen werden dabei mittels Konsensverfahren getroffen, das heisst, erst, wenn es f\u00fcr alle stimmt, wird ein Beschluss gefasst. Schlichten musste sie noch nie \u2013 was vermutlich auch daran liege, dass sie alle das gleiche Ziel verfolgen. Sie sagt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-19 wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#daf2ff;font-style:normal;font-weight:300\"><em>\u00abWenn du gemeinsam die Vorh\u00e4nge aufh\u00e4ngen willst und es klappt einfach nicht, sind pl\u00f6tzlich die religi\u00f6sen, ethnischen oder nationalen Grenzen nicht mehr so relevant.\u00bb<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-20 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Und wenn die Gruppe dann sp\u00e4ter zusammen zu Abend isst, entstehe der Dialog aus ganz praktischen Anl\u00e4ssen, beispielsweise als die Frage aufkam, ob ein Wein ge\u00f6ffnet werden darf, wenn eine muslimische Person am Tisch sitzt, und diese antwortet: \u00abF\u00fcr mich schon, f\u00fcr andere nicht\u00bb. In diesem Moment, so Jil, beginne es, spannend zu werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"576\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-739\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4.webp 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-300x225.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-21 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Abbildung 4: Gemeinsames Abendessen im Raum des Forum3 (Foto erhalten von Jil Kiener).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-22 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Seit der Raum existiert, sind die kritischen Stimmen leiser geworden, sagt Jil. Das Projekt scheint bis jetzt gut zu funktionieren und sich stetig weiterzuentwickeln, sowie nach und nach mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Trotz seiner eher marginalen Position im Untergeschoss der Uni, vermag es dieser kleine Platz also, ein wichtiges Bed\u00fcrfnis zu decken und neue, friedliche Formen des Mit- oder Nebeneinanders im Uni-Alltag zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-23 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong><strong>Zur Vertiefung<\/strong><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-24 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300;text-decoration:underline\"><a href=\"https:\/\/www.sub.unibe.ch\/de\/angebote-infos\/raum-der-stille-3624.html\">Raum der Stille. Studierendenschaft der Universit\u00e4t Bern<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-25 wp-block-paragraph\"><em><strong>Literatur&nbsp;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-26 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Erne, Thomas, Noss, Peter &amp; Bracht, Christian (Hg.) 2016: Open Spaces. R\u00e4ume religi\u00f6ser und spiritueller Vielfalt. Kromsdorf\/Weimar: Jonas Verlag.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-27 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Gillmayr-Bucher, Susanne 2022: Raum schaffen. Welt und Umwelt der Bibel. Band 103: 52\u201353.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-28 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Beinhauer-K\u00f6hler, B\u00e4rbel, Roth, Mirko &amp; Schwarz-Boenneke, Bernadette (Hg.)&nbsp; 2015: Viele Religionen \u2013 ein Raum?! Analysen, Diskussionen und Konzepte. Berlin: Frank &amp; Timme.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-29 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Kraft, Sabine 2007: R\u00e4ume der Stille. Marburg: Jonas Verlag.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-30 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>St\u00fcckelberger, Johannes 2012: Multireligi\u00f6se Gebetsr\u00e4ume als gestalterische Herausforderung. In: Berlis, Angela, Pl\u00fcss, David &amp; Walti, Christian (Hg.): GottesdienstKunst. Z\u00fcrich: Theologischer Verlag Z\u00fcrich, 139\u2013152.<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-734","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>- interrel|blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=734\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"- interrel|blog\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=734\" \/>\n<meta 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