{"id":1765,"date":"2025-11-18T15:37:42","date_gmt":"2025-11-18T14:37:42","guid":{"rendered":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1765"},"modified":"2025-11-27T23:03:35","modified_gmt":"2025-11-27T22:03:35","slug":"1765-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1765","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover alignfull is-light\" style=\"border-style:none;border-width:0px;margin-top:0;padding-top:2vw;padding-right:10vw;padding-bottom:2vw;padding-left:10vw;aspect-ratio:auto;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-100 has-background-dim\" style=\"background-color:#f3fffd\"><\/span><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading alignwide has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-1\" id=\"we-re-a-studio-in-berlin-with-an-international-practice-in-architecture-urban-planning-and-interior-design-we-believe-in-sharing-knowledge-and-promoting-dialogue-to-increase-the-creative-potential-of-collaboration\" style=\"font-size:clamp(27.894px, 1.743rem + ((1vw - 3.2px) * 1.571), 48px);line-height:1.1\">27. NOVEMBER 2025<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#1b1b1b;font-size:6vw;font-style:normal;font-weight:200;line-height:0.9;text-decoration:none;text-transform:none\"><strong><strong>Ein bewaffneter Mann neben der Synagoge<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#1b1b1b;font-size:6vw;font-style:normal;font-weight:200;line-height:0.9;text-decoration:none;text-transform:none\">Wieso ist das notwendig?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-custom-farbe-1-color has-alpha-channel-opacity has-custom-farbe-1-background-color has-background is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:600\"><br>Gianluca Marty<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3 wp-block-paragraph\"><strong>Zwischen Gebet und Gewehr: Der erste Eindruck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Die Synagoge sollte eigentlich ein Ort der Ruhe und des Gebets sein. Ein Raum, in dem Spiritualit\u00e4t und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Doch als ich das Gemeindehaus, das zur Synagoge in Bern f\u00fchrt, betrat, fiel mein Blick sofort auf einen bewaffneten Mann, der un\u00fcbersehbar in einem der Eingangsbereiche stand. Dieses Bild eines bewaffneten Sicherheitsmannes war f\u00fcr mich \u00fcberraschend und warf bei mir Fragen auf: Warum braucht ein Ort des Glaubens heute bewaffneten Schutz? Und welche Bedeutung hat dies f\u00fcr das j\u00fcdische Leben in Bern? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Die Pr\u00e4senz dieser Person war f\u00fcr mich gleichzeitig beruhigend und irritierend. Einerseits vermittelt sie Sicherheit, andererseits steht sie sinnbildlich f\u00fcr eine Realit\u00e4t, die ich in einem spirituellen Raum nicht erwartet h\u00e4tte. Dieser Widerspruch blieb f\u00fcr mich der rote Faden meines Besuchs und warf die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Religion, Sicherheit und gesellschaftlicher Wirklichkeit auf. Ist eine Waffe die Antwort auf reale Bedrohungen auf antisemitische Gewalt, die auch in der Schweiz nicht vor j\u00fcdischen Einrichtungen haltmacht. In diesem Blog m\u00f6chte ich auf das j\u00fcdische Leben in Bern und in der Schweiz eingehen. Dabei m\u00f6chte ich die Historie des Judentums in der Schweiz nicht vergessen und so meine Frage, wieso es in einer Synagoge einen bewaffneten Mann braucht, vielleicht etwas besser beantworten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"2105\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-scaled.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1766\" style=\"width:670px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-300x247.jpeg 300w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-1024x842.jpeg 1024w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-768x631.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-1536x1263.jpeg 1536w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Synagoge_von_bern-selbstgesucht-und-nicht-uebereinstimmend-2048x1684.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Abbildung 1: Synagoge von Bern&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\">Hintergrund: J\u00fcdisches Leben in Bern und in der Schweiz<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Als ich vor der Synagoge in Bern stand, wurde mir bewusst, dass dies nicht nur ein religi\u00f6ser Ort ist &#8211; er erz\u00e4hlt auch Geschichte. Und zwar eine, die nicht immer einfach war.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Was ich heute als selbstverst\u00e4ndlichen Teil des Stadtbildes wahrnehme (ein sch\u00f6nes, gut sichtbares j\u00fcdisches Gotteshaus), war \u00fcber Jahrhunderte hinweg undenkbar. Schon im Mittelalter lebten J\u00fcdinnen und Juden in Bern, doch 1349, zur Zeit der Pestpogrome, wurden sie gewaltsam aus der Stadt vertrieben. Danach blieb das j\u00fcdische Leben dort f\u00fcr lange Zeit ausgel\u00f6scht. Erst viele Jahrhunderte sp\u00e4ter, genauer gesagt im 19. Jahrhundert, durften sich j\u00fcdische Menschen wieder dauerhaft in Bern niederlassen. Und selbst das war kein einfacher Weg. Die volle rechtliche Gleichstellung bekamen sie erst 1866, durch eine Volksabstimmung. Das erscheint sp\u00e4t und ist es auch, gerade im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern Europas.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Nach dieser sp\u00e4ten Anerkennung begann sich langsam ein j\u00fcdisches Gemeindeleben zu entwickeln. 1893 wurde die Israelitische Kultusgemeinde Bern (IKG) gegr\u00fcndet, die bis heute existiert. Rund 300 Menschen geh\u00f6ren ihr aktuell an. Ich habe gelesen, dass die Gemeinde religi\u00f6s pluralistisch ausgerichtet ist, das bedeutet, sie vereint unterschiedliche Str\u00f6mungen des Judentums. Das hat mich beeindruckt, weil es zeigt, wie vielf\u00e4ltig und offen j\u00fcdisches Leben heute sein kann. Die Synagoge an der Kapellenstrasse ist also nicht nur ein religi\u00f6ser Ort. Nein, sie steht f\u00fcr Identit\u00e4t, f\u00fcr Bildung, f\u00fcr Gemeinschaft. Und ja, auch f\u00fcr Sichtbarkeit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Und genau diese Sichtbarkeit ist heute keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Antisemitismus ist nicht nur ein Begriff aus Geschichtsb\u00fcchern, sondern ein reales Problem. Ich habe mich gefragt: Wie frei kann man heute seinen Glauben leben, wenn man dabei st\u00e4ndig auch an Sicherheit denken muss? Der Wunsch, offen j\u00fcdisch zu leben, trifft immer noch auf gesellschaftliche Vorurteile und Anfeindungen. Umso wichtiger scheint es mir, dass Orte wie die Synagoge in Bern nicht versteckt, sondern sichtbar, pr\u00e4sent und gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\">Antisemitismus und Sicherheitslage heute<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Als ich den bewaffneten Sicherheitsmann neben der Synagoge sah, f\u00fchlte ich mich im ersten Moment etwas unbehaglich. Es war ein Gef\u00fchl zwischen Irritation und Verst\u00e4ndnis. Ich dachte: Wie kann ein Ort des Glaubens so stark bewacht sein und warum muss das \u00fcberhaupt sein? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Doch je mehr ich mich damit besch\u00e4ftigte, desto klarer wurde mir, dass diese Pr\u00e4senz keine \u00dcbertreibung ist. Sie ist eine Reaktion auf eine bedr\u00fcckende Realit\u00e4t. In den letzten Jahren haben antisemitische Vorf\u00e4lle in der Schweiz (wie auch in vielen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern) wieder zugenommen. Laut dem Antisemitismusbericht 2023 der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) ist die Zahl der gemeldeten Vorf\u00e4lle im Jahr 2022 erneut gestiegen. Und dabei geht es l\u00e4ngst nicht nur um Beleidigungen im Internet. Die Spannbreite reicht von antisemitischen Parolen auf Schulh\u00f6fen \u00fcber Schmierereien an j\u00fcdischen Einrichtungen bis hin zu konkreten Bedrohungen und \u00dcbergriffen. Die Sicherheit j\u00fcdischer Menschen in der Schweiz ist also kein abstraktes Thema, sie ist ein sehr reales Anliegen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-15 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Religi\u00f6se Einrichtungen wie Synagogen stehen dabei besonders im Fokus. Dass gerade diese Orte, die eigentlich Schutz, Gemeinschaft und Ruhe bieten sollten, verst\u00e4rkt gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen, ist tragisch, aber notwendig. Auch die IKG Bern hat darauf reagiert: mit Kameras, Eingangskontrollen und ja &#8211; mit bewaffnetem Personal. Nicht aus Machtgehabe, sondern zum Schutz ihrer Mitglieder, ihrer Kinder, ihrer \u00e4lteren Menschen. Damit j\u00fcdisches Leben nicht im Verborgenen bleiben muss, sondern sichtbar und sicher stattfinden kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-16 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">F\u00fcr mich war dies ein wichtiger Lernmoment: Der bewaffnete Mann neben der Synagoge steht nicht im Widerspruch zum Glauben, sondern vielleicht sogar in dessen Dienst. Denn ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit und ohne Freiheit keine gelebte Religion. Trotzdem bleibt da ein Gef\u00fchl des Unbehagens. Wie kann sich Spiritualit\u00e4t entfalten, wenn sie sich st\u00e4ndig verteidigen muss? Wie lebt man eine offene, einladende Religionsgemeinschaft, wenn draussen eine potenzielle Bedrohung wartet? Genau diese Spannung zwischen der Sehnsucht nach Vertrauen und der Realit\u00e4t von Angst spiegelt sich in der Atmosph\u00e4re der Synagoge wider und genau diese Spannung habe ich in meinem Besuch intensiv gesp\u00fcrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-17 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><strong><strong><strong><strong><strong>Religion und Sicherheit &#8211; ein Widerspruch<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-18 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Die Pr\u00e4senz bewaffneter Sicherheitskr\u00e4fte in einer Synagoge wirft bei mir eine tiefgreifende Frage auf: Wie lassen sich Spiritualit\u00e4t und Schutzmassnahmen miteinander vereinbaren? Sollte man nicht gerade in Orten des Glaubens, die andauernden Konflikte und Kriege der Welt hinter sich lassen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-19 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Auf den ersten Blick scheint der Schutz durch Waffen und Sicherheitsdienste ein Gegensatz zum friedlichen und kontemplativen Charakter eines Gebetsraumes zu sein. Doch gerade dieser vermeintliche Widerspruch zeigt die Realit\u00e4t j\u00fcdischen Lebens in Bern und anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-20 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Religion lebt von Offenheit, Gemeinschaft und dem Glauben an das Gute. Werte, die ich auch im spirituellen Raum einer Synagoge gesp\u00fcrt habe. Gleichzeitig sind diese Orte jedoch auch verletzlich gegen\u00fcber Gewalt. Der bewaffnete Sicherheitsmann ist daher kein Ausdruck von Misstrauen gegen\u00fcber den Besuchern, sondern wohl eher eine notwendige Reaktion auf eine bedrohliche gesellschaftliche Realit\u00e4t. Er steht symbolisch f\u00fcr den Schutz der j\u00fcdischen Gemeinschaft und ihrer Freiheit, ihren Glauben \u00f6ffentlich zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-21 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Gleichzeitig ist es gar nicht so einfach, einen Ort zu schaffen, in dem man in Ruhe beten und Gemeinschaft erleben kann &#8211; trotz all der Sicherheitsmassnahmen. Denn wie schafft man eine Atmosph\u00e4re, die offen und einladend ist, wenn nebenan jemand mit einer Waffe steht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-22 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Dieser Gegensatz zeigt, wie schwierig die Situation f\u00fcr j\u00fcdisches Leben heute ist. Es geht nicht nur um Religion, sondern auch darum, sich sicher zu f\u00fchlen. In einer Gesellschaft, die oft nicht versteht, warum dieser Schutz \u00fcberhaupt n\u00f6tig ist. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir als Gesellschaft hinschauen, zuh\u00f6ren und verstehen lernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-23 wp-block-paragraph\"><strong>Wenn Freiheit verletzlich ist: Mein Fazit zum bewaffneten Schutz in der Syngagoge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-24 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Der Anblick eines bewaffneten Mannes direkt neben einem Raum, der zum Beten und zur Ruhe da ist, hat mich bewegt. Es hat mir gezeigt, wie zerbrechlich unsere Gesellschaft manchmal ist. Mein Besuch in der Synagoge in Bern hat mir klar vor Augen gef\u00fchrt, dass religi\u00f6se Minderheiten auch heute noch verletzlich sind. Trotz vieler Jahre der Integration, trotz gesetzlicher Rechte und Anerkennung gibt es immer noch eine Realit\u00e4t, in der j\u00fcdisches Leben zwischen Identit\u00e4t und Bedrohung steht. Die Sicherheitsmassnahmen machen eine traurige Wahrheit sichtbar. Religionsfreiheit ist zwar in Gesetzen verankert, doch im Alltag bleibt sie f\u00fcr viele Menschen fragil und gef\u00e4hrdet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-25 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Ich w\u00fcnsche mir eine Welt, in der Menschen in jeder Synagoge, Moschee, Kirche oder jedem Tempel ohne Angst zusammenkommen k\u00f6nnen. Eine Welt, in der es egal ist, woran man glaubt oder ob man \u00fcberhaupt glaubt. Eine Welt, in der Verschiedenheit als St\u00e4rke gesehen wird, nicht als Gefahr. Leider scheint all das heute weiter entfernt zu sein als je zuvor. Dass bewaffneter Schutz n\u00f6tig ist, damit Glaube \u00fcberhaupt gelebt werden kann, ist bedr\u00fcckend. Es ersch\u00fcttert das Vertrauen in ein friedliches Zusammenleben und zeigt, wie zerbrechlich Freiheit wirklich ist. Diese Erkenntnis tut weh, aber sie ist wichtig. Sie zeigt, wie viel noch zu tun bleibt, nicht nur beim Schutz, sondern vor allem im Gespr\u00e4ch und im gemeinsamen Einsatz f\u00fcr eine offene, respektvolle Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-26 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong>Quellen und Literatur zur Vertiefung&nbsp;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-27 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Erlanger, R. (2006). J\u00fcdisches Leben in der Schweiz \u2013 Geschichte, Gegenwart, Zukun<\/em>ft. <em>Z\u00fcrich: Chronos Verlag.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-28 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Israelische Kultusgemeinde Bern (IKG). (2024). \u00dcber uns. Abgerufen am 22. Juni 2025 von: <a href=\"https:\/\/www.ikg-bern.ch\">https:\/\/www.ikg-bern.ch<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-29 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG). (2024). \u00dcber uns \u2013 Wer wir sind und wof\u00fcr wir stehen. Abgerufen am 22. Juni 2025 von: <\/em><a href=\"https:\/\/swissjews.ch\/de\/\">https:\/\/swissjews.ch\/de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-30 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA). (2023). Antisemitismusbericht 2023. Abgerufen am 22. Juni 2025 von <a href=\"https:\/\/www.gra.ch\">https:\/\/www.gra.ch<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-31 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong>Abbildungsverzeichnis<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-32 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Abbildung 1: Synagoge von Bern Quelle: \u00a9 Roland Zumb\u00fchl \/ Picswiss.ch, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, abgerufen am 24. Juni.2025<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1765","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>- interrel|blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1765\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"- interrel|blog\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1765\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"interrel|blog\" 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