{"id":1720,"date":"2025-11-05T19:19:23","date_gmt":"2025-11-05T18:19:23","guid":{"rendered":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1720"},"modified":"2025-11-13T11:57:43","modified_gmt":"2025-11-13T10:57:43","slug":"1720-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1720","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover alignfull is-light\" style=\"border-style:none;border-width:0px;margin-top:0;padding-top:2vw;padding-right:10vw;padding-bottom:2vw;padding-left:10vw;aspect-ratio:auto;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-100 has-background-dim\" style=\"background-color:#f3fffd\"><\/span><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading alignwide has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-1\" id=\"we-re-a-studio-in-berlin-with-an-international-practice-in-architecture-urban-planning-and-interior-design-we-believe-in-sharing-knowledge-and-promoting-dialogue-to-increase-the-creative-potential-of-collaboration\" style=\"font-size:clamp(27.894px, 1.743rem + ((1vw - 3.2px) * 1.571), 48px);line-height:1.1\">13. NOVEMBER 2025<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#1b1b1b;font-size:6vw;font-style:normal;font-weight:200;line-height:0.9;text-decoration:none;text-transform:none\"><strong><strong>Keine Dusche f\u00fcr Shiva?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#1b1b1b;font-size:6vw;font-style:normal;font-weight:200;line-height:0.9;text-decoration:none;text-transform:none\">Wie eine Schweizer Bauvorschrift den Berner Hindus fast einen Strich durch die Rechnung gemacht h\u00e4tte<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-custom-farbe-1-color has-alpha-channel-opacity has-custom-farbe-1-background-color has-background is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:600\">Minna Schwyter<br>Bachelor Interreligi\u00f6se Studien, 2. Semester<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-3 wp-block-paragraph\"><strong>Begegnung am Europaplatz <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph\" style=\"margin-right:0;margin-left:0;font-style:normal;font-weight:300\">Bereits aus dem Tram sticht mir die farbige Szenerie auf dem Dach des \u201eHaus der Religionen\u201c ins Auge. Die bunt angemalten Figuren weisen mir den Weg zum n\u00e4chsten Halt auf unserer interreligi\u00f6sen Reise durch Bern. Im Rahmen der Veranstaltung \u201eReligionen in Bern\u201c der Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bern besuchen wir heute den Shiva-Tempel \u201eArulgnanamigu Gnanalingesurar Tempel\u201c am Europaplatz, der von Ehrenamtlichen aus dem Verein Saivanerikoodam betrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">F\u00fcr unsere F\u00fchrung an diesem Tag ist Sivakeerthy Thillaiambalam zust\u00e4ndig. Er bittet uns zun\u00e4chst unsere Schuhe auszuziehen und sie im daf\u00fcr vorgesehenen Regal am Eingang des Tempels zu deponieren. Danach zeigt er auf ein Schild mit Piktogrammen, welches die grundlegenden Verhaltensregeln f\u00fcr den Tempelbesuch festh\u00e4lt. Bis auf die ausgezogenen Schuhe gibt es keinen Dresscode. Zentral ist, dass niemand den Tempel mit Fleisch oder Alkohol betritt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"846\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-1-846x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1721\" style=\"width:1236px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-1-846x1024.jpeg 846w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-1-248x300.jpeg 248w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-1-768x930.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-1-1268x1536.jpeg 1268w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-1-1691x2048.jpeg 1691w\" sizes=\"auto, (max-width: 846px) 100vw, 846px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em><em>Abbildung 1: Berner Interpretation eines Tortums (Quelle: Eigene Aufnahmen)&nbsp;<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Nachdem wir alle Regeln besprochen haben, d\u00fcrfen wir in den Tempel eintreten. Dabei entpuppt sich die Dachkonstruktion, die ich bei meiner Ankunft bereits von Weitem entdeckt hatte, als eine vom Tempelboden aufragende Struktur, die sich bis in den Himmel erhebt. Bei meinen Recherchen f\u00fcr diesen Beitrag konnte ich herausfinden, dass es sich dabei um eine symbolische, architektonische Interpretation eines Torturms (tam. <em>k\u014dpuram<\/em>) handelt. Obwohl das Bauwerk im Berner Shiva-Tempel an <em>k\u014dpuram<\/em> aus S\u00fcdindien und Sri Lanka erinnert, ist es kein tats\u00e4chlicher Torturm im traditionellen Sinne. Im Normalfall sollte ein solcher Turm direkt am Rande oder am Eingang zum Tempel stehen. Beim Tempel im \u201eHaus der Religionen\u201c konnte diese Anforderung jedoch nicht umgesetzt werden, da er in das Geb\u00e4ude am Europaplatz 1B inkorporiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8\"><strong><strong><strong><strong>\u201eDoing Temple\u201c in der Diaspora<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Faktisch gelang es in der Schweiz bisher erst einmal, einen echten <em>k\u014dpuram<\/em> zu errichten. In Trimbach SO konnten Initiant:innen ein Grundst\u00fcck in der N\u00e4he eines fliessenden Gew\u00e4ssers erwerben. Dadurch war es m\u00f6glich, einen Tempel von Grund auf zu bauen und dabei die religi\u00f6sen Vorgaben einzuhalten (f\u00fcr mehr Informationen siehe Baumann\/Tunger-Zanetti, 2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Alle anderen der rund 25 Hindutempel in der Schweiz wurden hingegen in bereits bestehenden R\u00e4umen und Geb\u00e4uden eingerichtet. Rafaela Eulberg bezeichnet dies in ihrer Publikation \u201eNeue Orte f\u00fcr die G\u00f6tter. Zu Lokalisierungsdynamiken von tamilischer Hindu-Praxis in der Schweiz\u201c als \u201e<em>doing temple<\/em>\u201c (Eulberg, 2022, 245) \u2013 ein Umstand, mit dem sich nicht nur hinduistische Religionsgemeinschaften in der Schweiz arrangieren m\u00fcssen. Sie beschreibt, wie tamilische Akteure, Geb\u00e4ude, die zuvor meist als Lager- oder Fabrikhallen dienten, in Tempel umgewandelt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Dass es in der Schweiz bisher nur einmal gelungen ist, einen Hindu-Tempel nach religi\u00f6sen Vorgaben zu errichten, hat mehrere Gr\u00fcnde. Als in den 1980er Jahren die ersten Tamil:innen auf der Flucht vor dem B\u00fcrgerkrieg in Sri Lanka in die Schweiz kamen, mussten sie sich zun\u00e4chst in Gruppen zusammenfinden, bevor \u00fcberhaupt irgendein Projekt initiiert werden konnte. Doch der Aufbau eigener Institutionalisierungsformen war nur ein erster Schritt. Der Erwerb von Tempelr\u00e4umen und die Planung von Tempelbauprojekten setzten voraus, dass die Migrant:innengruppen in der Gesellschaft etabliert waren und sich ihre \u00f6konomische Situation stabilisierte (vgl. Eulberg, 2022, 225\u2013240).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Dieses Ziel zu erreichen, war allerdings alles andere als einfach. Die Gruppen, deren religi\u00f6se Praxis \u2013 wie bei vielen privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften in der Schweiz \u2013 \u00fcber Vereinsstrukturen organisiert wurde, verf\u00fcgten aufgrund ihres Migrationshintergrunds in der Regel nicht \u00fcber ein hohes Einkommen. Gleichzeitig war jedoch die Realisation ihrer Projekte entscheidend von Spenden aus der Gemeinschaft abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Hinzu kam, dass die Inkorporationsbedingungen im Residenzland \u2013 also die Vielzahl gesetzlicher und baulicher Vorgaben \u2013 nicht auf neuartige religi\u00f6se Ausdrucksformen wie den Hinduismus ausgelegt sind. Dies gilt umso mehr, als Hindus in der Schweiz erst in den letzten Jahrzehnten in gr\u00f6sserer Zahl und mit \u00f6ffentlicher Sichtbarkeit pr\u00e4sent wurden (vgl. Eulberg, 2022, 153). Aus diesem Grund mussten f\u00fcr \u201ebisher unbekannte Formen religi\u00f6ser Praktiken, wie sie tamilische Migrierende in die Schweiz mitbrachten\u201c, zun\u00e4chst einmal Vorgehensweisen gefunden werden. (Eulberg, 2022, 156).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14\"><strong><strong><strong><strong><strong>Wenn G\u00f6tter Kompromissse machen m\u00fcssen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-15 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Bei unserer F\u00fchrung mit Sivakeerthy Thillaiambalam wird klar, dass dieser Umstand auch den Bau des Shiva-Tempels in Bern beeinflusste. Als wir den Tempel im Uhrzeigersinn umrunden \u2013 einer Tradition folgend, bei der das zentrale Heiligtum stets zur als rein geltenden rechten Seite bleibt \u2013 erz\u00e4hlt er eine eindr\u00fcckliche Anekdote: Im Hinduismus sei es \u00fcblich, die G\u00f6tter durch symbolische Waschungen (<em>Abishekam<\/em>) zu ehren. Daher hatten sie geplant, in jedem der Tempelschreine eine Dusche zu installieren \u2013 insgesamt 16 Duschen. Diese h\u00e4tten jedoch als \u201eerste Installation von Sanit\u00e4ranlagen\u201c gegolten, wof\u00fcr in der Stadt Bern eine hohe Steuer f\u00e4llig werde. Nach intensiven Gespr\u00e4chen mit den Beh\u00f6rden, h\u00e4tten sie eine pragmatische L\u00f6sung gefunden: Sie mussten alle Duschen wieder abmontieren und sie durch einfache Lavabos mit Wasserhahn ersetzen. So h\u00e4tten sie die finanzielle Belastung durch die Steuer reduzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1722\" style=\"width:1185px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.1-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.1-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1723\" style=\"width:1184px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.2-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-2.2-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-16 wp-block-paragraph\" style=\"border-style:none;border-width:0px;border-radius:0px;margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\"><em>Abbildung 2 und 3: Installierte Wasserh\u00e4hne f\u00fcr die Abishekam (Quelle: Eigene Aufnahmen)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-17 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Nach unserem Besuch kontaktiere ich Sivakeerthy Thillaiambalam erneut. Ich m\u00f6chte von ihm wissen, ob es beim Bau des Tempels noch weitere Beispiele f\u00fcr Kompromisse gab, die der Verein eingehen musste. Und tats\u00e4chlich, die Duschen waren nicht der einzige Punkt, bei dem Flexibilit\u00e4t in Bezug auf die religi\u00f6se Praxis der Berner Hindus gefragt war. Sivakeerthy Thillaiambalam antwortet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-18 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">\u201eEin weiteres Beispiel f\u00fcr kulturelle Unterschiede betrifft die Position der Sanit\u00e4ranlagen. Im traditionellen Tempelbau etwa in Indien oder Sri Lanka werden WC und Duschr\u00e4ume aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden weit entfernt vom Hauptgeb\u00e4ude errichtet. In der Schweiz war dies aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht realisierbar.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-19 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Und: \u201eEin Tempel soll laut hinduistischer Vorstellung nicht \u00fcberbaut sein und auch keinen Keller besitzen. Der Tempel soll in direkter Verbindung mit der Erde stehen, symbolisch als Verbindung zwischen dem G\u00f6ttlichen und der nat\u00fcrlichen Welt. Leider war auch das in unserem Fall nicht vollst\u00e4ndig umsetzbar: Unter unserem Tempel befinden sich ein Parkhaus und einige Gesch\u00e4ftslokale. Um trotzdem die rituelle Verbindung zur Erde herzustellen, haben wir eine spezielle S\u00e4ule konzipiert, die vom Tempelinneren direkt bis zum Erdboden reicht. Diese L\u00f6sung wurde von unseren spirituellen Beratern als symbolisch g\u00fcltig anerkannt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1724\" style=\"width:1181px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.1-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.1-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1725\" style=\"width:1180px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.2-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-3.2-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-20 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\">Abbildungen 4 und 5: <em>Abfl\u00fcsse f\u00fcr das verwendete Wasser (Quelle: Eigene Aufnahme)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-21 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Weitere Kompromisse h\u00e4tten die beim Tempelbau verwendeten Materialien betroffen. Diese seien aus Kostengr\u00fcnden \u00fcberwiegend aus dem Bauhaus in Niederwangen bezogen worden. Zudem habe beispielsweise Granit nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden k\u00f6nnen, da sonst das vom Bauhalter vorgegebene Maximalgewicht \u00fcberschritten worden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-22 wp-block-paragraph\"><strong>Anker der Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-23 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\">Trotz all diesen Anpassungen war es eine aussergew\u00f6hnliche M\u00f6glichkeit, dass der Tempel in dieser Form im \u201eHaus der Religionen\u201c errichtet werden konnte. Schliesslich ist ein Tempel nicht nur ein Ort zur Verehrung hinduistischer G\u00f6tter, sondern auch ein sozialer Treffpunkt und somit Ankerpunkt im Leben vieler Tamil:innen in der Diaspora. Er ist ein lebendiger Ausdruck des Zusammenhalts innerhalb von Migrant:innengruppen, der f\u00fcr die Etablierung von Gebetsh\u00e4usern im Residenzland unabdingbar ist. Das Beispiel des Shiva-Tempels in Bern zeigt: Der Spagat zwischen der Bewahrung der Tradition und der Integration in eine westliche Gesellschaft kann mit viel Geduld, Dialog und Kreativit\u00e4t gelingen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"477\" src=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-4-1024x477.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1726\" style=\"width:1024px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-4-1024x477.jpeg 1024w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-4-300x140.jpeg 300w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-4-768x357.jpeg 768w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-4-1536x715.jpeg 1536w, https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/cBild-4-2048x953.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-base-color has-text-color has-link-color wp-elements-24 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300\">Abbildung 6: Leitsatz des Tempels (Quelle: Eigene Aufnahme)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-25 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em><strong>Zur Vertiefung&nbsp;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-26 wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:0;margin-bottom:0;font-style:normal;font-weight:300;text-decoration:underline\"><a href=\"https:\/\/haus-der-religionen.ch\/hindus\/\">https:\/\/haus-der-religionen.ch\/hindus\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-27 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300;text-decoration:underline\"><a href=\"https:\/\/referenceworks.brill.com\/display\/entries\/ENHI\/COM-000379.xml\">https:\/\/referenceworks.brill.com\/display\/entries\/ENHI\/COM-000379.xml<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-28 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Literatur<br>Baumann, Martin\/Tunger-Zanetti, Andreas: 2014. Der Hindutempel in Trimbach. Von der Idee bis zur Einweihung, Luzern.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-29 wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:300\"><em>Eulberg, Rafaela: 2022. Neue Orte f\u00fcr die G\u00f6tter. Zu Lokalisierungsdynamiken von tamilischer Hindu-Praxis in der Schweiz, Z\u00fcrich.<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1720","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>- interrel|blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/interrelblog.unibe.ch\/?page_id=1720\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"- interrel|blog\" \/>\n<meta property=\"og:url\" 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